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Weinlese

Vom Weinberg in die Flasche

Weinlese


Wissenswertes über die Rebe

 

Die heutigen Weinreben stammen ursprünglich von Waldpflanzen ab, die an Bäumen hochrankten. Da Weinreben also Kletterpflanzen sind, benötigen sie zum wachsen im Weinberg Kletterhilfen wie Holzstöcke oder Drahtspaliere. Durch die Art der Kletterhilfe lässt sich auch die Anzahl der Trauben pro Rebe entscheidend beeinflussen. Der Winzer spricht in diesem Zusammenhang von Rebenziehung. Auch durch regelmäßiges Beschneiden und Ausdünnen kann er die Anzahl der Triebe und Trauben am Stock steuern. Die Weinrebe gilt als die Survivalspezialistin unter den Kletterpflanzen. Sie überlebt selbst auf extrem nähstoffarmen und trockenen Böden, weil ihr Wurzelwerk tiefer als das jeder anderen Pflanze in den Boden eindringt, um an Nährstoffe zu gelangen. Ja, es ist sogar so, dass sie ihre besten Qualitäten oft erst unter widrigsten Bedingungen abgibt. Der Winzer sagt: "Wenn die Rebe leidet, freut sich der Wein."

Nach wissenschaftlichen Schätzungen gibt es auf der Welt über 5000 Rebsorten, von denen aber nur 20 für die Weinproduktion maßgeblich sind. Generell kann man sagen: Weißweine gedeihen am besten dort, wo die Nächte kühl und die Tage heiß sind (d.h. in höheren lagen und an Grenzregionen des Weltweingürtels); Rotweine bevorzugen dagegen wärmere Lagen mit nicht so extremen Temperaturschwankungen. 

Der Rebstock treibt im Frühjahr aus, im Mai bilden sich die Blütensätze, die man Bescheine nennt. Im Juni beginnen die Reben zu blühen. Bis zur Reife der Traube vergehen jetzt noch mindestens 100 Tage.

 

Die Arbeit im Weinberg

 

Im Weinberg entscheidet sich die spätere Qualität des Weines. Er ist der Hauptarbeitsplatz des Winzers, und zwar rund ums Jahr, denn die Rebe kennt keine  Saison und benötigt ganzjährige Pflege. Hierzu gehört z. B. der Winterliche Rebschnitt in den Monaten Dezember, Januar, Februar. Dabei werden die verholzten Sommertriebe (bis auf ein oder zwei) abgeschnitten. Im März wird gegürtet, d. h. die zurückgelassenen Triebe werden an den Draht gebunden. Ebenso wird der Boden zwischen den Rebzeilen gepflügt, um ihn für Mikroorganismen zu lockern. Im Juni wird das Unkraut zwischen den Rebzeilen gemäht (Mäulchen). Weiterhin gehören Düngung und Schädlingsbekämpfung zu den wesentlichen Aufgaben eines Winzers. Regenmäßiges Beschneiden und Ausdünnen der Trauben entscheidet über die Qualität eines Weines. Hier gilt: Die Weinqualität steigt, je weniger Reben an einem Stock hängen und je weniger Trauben eine Rebe trägt (Menge-Güte-Relation). Die Reben und Trauben können dann nämlich mit mehr Nährstoffe versorgt werden. Auch die Art, wie die Reben im Weinberg gepflanzt wurden, hat Einfluss auf die spätere Weinqualität.

 

Die Weinlese

 

Der Höhepunkt eines jeden Weinjahres ist die Ernte der Trauben, auch Weinlese genannt. Sie ist zugleich aber für den Winzer auch der kritische Punkt im Weinherstellungsprozess, denn es gilt hier, den optimalen Zeitpunkt für die Lese zu treffen und für eine schnellstmögliche Weiterverarbeitung der Trauben (Kelterung) wenigstens noch am gleichen Tag zu sorgen. Der Zeitpunkt der Ernte ist abhängig von der Rebsorte und der Witterung. Bei ungünstiger Witterung (zu feucht und nicht genug Sonnenschein) kann sich der Reifezeitpunkt schon einmal um 14 Tage nach hinten verschieben. In den sonnenverwöhnten südeuropäischen Ländern beginnt die Weinlese oft schon ab Mitte August, in den gemäßigteren mitteleuropäischen Ländern findet sie im September und Oktober statt und erstreckt sich für die Trauben der edelsüßen Weine (Beeren und Trockenbeerenauslese) bis in den späten November. Die Lese für diese überreifen und edelfaulen Trauben kann nur von Hand erfolgen, während die Lese der reifen Trauben heute bei größeren Weingütern meist maschinell mit so genannten Vollerntern geschieht.

Wann eine Traube welches Reifestadium erreicht hat, hängt von ihren sogenannten Mostgewicht ab. Das Mostgewicht gibt den Zuckeranteil in den Trauben an. Der Winzer muss es in den letzten 14 Tagen vor der Ernte regenmäßig mit Hilfe eines Messgerätes, dem Refraktometer, überprüfen, um den optimalen Erntezeitpunkt bestimmen zu können.